AbilityWatch schreibt Barrierefreiheit in der Privatwirtschaft in den progressiven Koalitionsvertrag

AbilityWatch versteht sich als Teil einer modernen Behindertenbewegung, der Politik kritisch begleite, immer wieder Fragen aufwirft und mit provokanten Aktionen auf die fehlende Gleichberechtigung und mangelnde Einhaltung der UN-Behindertenrechtskonvention hinweist. Ein großes Anliegen ist es, dass soziale Modell von Behinderung bekannter zu machen: demnach werden Beeinträchtigungen erst durch gesellschaftliche Bedingungen zu Behinderungen.

AbilityWatch fordert:

  • Echtes Wunsch- und Wahlrecht bei Hilfen für Menschen mit Behinderungen

    Noch immer können behinderte Menschen nicht frei entscheiden, wie sie wohnen oder wie sie ihre Hilfe erhalten möchten. Das führt derzeit dazu, dass Betroffene gegen ihren Willen in stationären Einrichtungen leben müssen.

  • Abschaffung des Zwangspoolens von Assistenz

    Behinderte Menschen sollen ausreichende individuelle Hilfen zur Teilhabe an der Gesellschaft erhalten und nicht gezwungen sein, Aktivitäten nur mit anderen Behinderten gemeinsam ausüben zu können.

  • Verpflichtung zur Barrierefreiheit auch für die Privatwirtschaft

    Unternehmen und Dienstleister dürfen in Deutschland ihre Angebote so anbieten, dass sie Menschen mit Behinderungen ausschließt. Bisher sind nur staatliche Einrichtungen und einige wenige Branchen zur Barrierefreiheit verpflichtet. Vollständige Barrierefreiheit nutzt allen und ermöglicht erst gesellschaftliche Teilhabe.

  • Wahlrecht für alle

    Menschen die eine sogenannte Betreuung in allen Angelegenheiten benötigen sind in Deutschland vom bürgerlichen Königsrecht – dem Wahlrecht – ausgeschlossen. Das Wahlrecht darf nicht von körperlichen, geistigen oder anderen individuellen Merkmalen abhängig gemacht werden!

Veröffentlicht am 06.02.2018